Demokratie wird an der Aurelia-Wald-Gesamtschule praktisch erlebt

Beim Tag der Demokratie setzen sich die Jahrgänge 5 bis 10 mit Wahlen, Menschenrechten, Mitbestimmung, Vielfalt und Diskriminierung auseinander
Uetze. Wählen, diskutieren, Interessen vertreten und Kompromisse finden: Beim diesjährigen Tag der Demokratie hat die Aurelia-Wald-Gesamtschule Demokratie in allen Jahrgängen praktisch erlebbar gemacht. Unterstützt wurden die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte von den Demokratiepaten der Polizei, der Menschenrechtsorganisation hawar.help, den Omas gegen Rechts und dem Antikriegshaus.
Auch Uetzes Bürgermeister Florian Gahre besuchte die Schule. Er ließ sich Projekte und Ergebnisse vorstellen und kam mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch. In einer Stammgruppe gab es spontanen Applaus für Gahres Wiederwahl bei der Bürgermeisterwahl am vergangenen Wochenende. Gahre war am 13. September erneut zum Bürgermeister von Uetze gewählt worden.
Von der ersten eigenen Wahl bis zum politischen Planspiel
Im 5. Jahrgang stand die Wahl der Stammgruppenvertretungen im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten Wahlplakate, stellten sich im Wahlkampf vor und gaben anschließend ihre Stimmen ab. Teilweise waren wegen knapper Ergebnisse Stichwahlen notwendig.
Der 6. Jahrgang beschäftigte sich ebenfalls mit demokratischen Entscheidungen. Die Schülerinnen und Schüler recherchierten mögliche Ausflugsziele und stellten ihre Vorschläge vor. Anschließend entschieden sie in einer geheimen Wahl in der Agora über das gemeinsame Ziel. Dabei ging es auch darum, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren.
Im 7. Jahrgang führte das Planspiel „Eine neue Straße für Felddorf“ mitten hinein in einen politischen Interessenkonflikt. Als Eltern, Bauern, Umweltschützende oder Vertreter der Wirtschaft diskutierten die Jugendlichen über eine geplante Umgehungsstraße. Am Ende musste der Dorfrat eine Entscheidung treffen. Dabei zeigte sich, wie schwierig es sein kann, unterschiedliche Interessen miteinander zu vereinbaren und Kompromisse zu finden.
Grundrechte, Flucht und Menschenwürde
Die Stammgruppen des 8. Jahrgangs befassten sich mit Freiheitsrechten, Gleichheitsrechten und der Menschenwürde. Die Demokratiepaten der Polizei arbeiteten dazu mit Fallbeispielen und Rollenspielen, in denen die Jugendlichen unterschiedliche Rechts- und Unrechtssituationen nachvollziehen konnten.
Für den 9. Jahrgang standen Flucht und Menschenrechte im Mittelpunkt. Gemeinsam mit hawar.help beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit Fluchtwegen und Erfahrungen von Menschen aus Syrien, dem Irak und Venezuela.
Eine Frau berichtete dabei von ihrer eigenen Familiengeschichte. Ihre Eltern seien während der ersten Taliban-Herrschaft ermordet worden, weil sie sich für Bildung und Meinungsfreiheit eingesetzt hätten. Als Kind habe sie deshalb mit ihrer Familie immer wieder den Aufenthaltsort wechseln müssen, bevor sie schließlich mit ihren Geschwistern dem Terror entkommen und in Frieden aufwachsen konnte. Die Schülerinnen und Schüler verfolgten ihren Bericht aufmerksam und reagierten nach Angaben der Schule sehr empathisch.
Diskussionen über Gleichberechtigung und Diskriminierung
Im 10. Jahrgang arbeiteten die Jugendlichen unter anderem mit den Omas gegen Rechts an einem „Haus der Demokratie“. Verschiedene Bausteine standen dabei für demokratische Werte. Als etwa der Stein „Gleichberechtigung“ entfernt wurde, verlor das Modell seine Stabilität. Daraus entstand eine Diskussion darüber, wo Gleichberechtigung im Alltag noch nicht selbstverständlich ist.
Das Antikriegshaus beschäftigte sich mit Vielfalt und Toleranz sowie dem Zusammenleben mit Menschen mit Beeinträchtigungen. Im Workshop „Feindliche Worte“ untersuchten die Jugendlichen zudem diskriminierende Sprache und deren Wirkung. Anschließend gestalteten sie T-Shirts mit eigenen Aussagen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung.
Der Tag machte deutlich, dass Demokratiebildung an der Aurelia-Wald-Gesamtschule nicht nur als Unterrichtsthema verstanden wird. Mitbestimmung, Menschenrechte, Kompromisse und ein respektvoller Umgang wurden für die Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Situationen praktisch erfahrbar.
