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Brüggeor in Eltze: Wie aus Spargelfeldern eine Nachbarschaft wurde

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brüggeor

Seit rund 50 Jahren wächst das Wohngebiet, eines der ersten Häuser galt 1985 als kleinstes der Gemeinde

Eltze. Zwei Häuser, ringsherum Sand und Felder. Mehr gab es nicht, als Sylvia Meldau 1970 nach Eltze zog. „Als wir hierher kamen, standen nur zwei Häuser und drumherum waren Spargelfelder“, erinnert sie sich. Heute stehen dort zahlreiche Wohnhäuser, in manchen lebt schon die dritte Generation. In den vergangenen rund 50 Jahren ist aus dem dünn besiedelten Gebiet eine Nachbarschaft geworden, in der die Menschen nicht nur nebeneinander wohnen.

In Eltze kennt man das Viertel als „Brüggeor“, was sinngemäß „hinter der Brücke“ bedeutet. Wie der Name ursprünglich geschrieben wurde, ist nicht überliefert. Gehalten hat er sich trotzdem und erinnert an eine Zeit, in der hier noch alles ganz anders aussah.

Acht D-Mark für den Quadratmeter

Das Gelände gehörte früher dem Landwirt Meier. Sein Hof stand dort, wo heute das Seniorenheim Haus Monika liegt. Als die Flächen als Bauland verkauft wurden, kostete der Quadratmeter acht D-Mark. Nach und nach zogen Familien zu, und das Wohngebiet nahm Gestalt an.

Zu den Bauherren gehörten auch Rolf und Clothilde Richter. 1976 planten sie einen Winkelbungalow, doch das Geld reichte nicht. Stattdessen bauten sie ein deutlich kleineres Haus. Heute können die beiden darüber schmunzeln.

Das vermutlich kleinste Haus der Gemeinde

Wie ungewöhnlich ihr Zuhause war, zeigt ein Zeitungsartikel aus dem August 1985. Unter der Überschrift „Passt denn da ein Schlafzimmer rein?“ berichtete die Zeitung über das vermutlich kleinste Wohnhaus der Gemeinde. Dabei fanden darin immerhin drei Zimmer, Küche und Bad Platz.

Was damals aus Geldnot entstand, erinnert heute an den Trend zu Tiny Houses. Die Richters lebten damit schon vor 50 Jahren eine Wohnidee, die erst viel später bekannt wurde. Ihr Häuschen steht bis heute und ist längst ein Stück Geschichte von Brüggeor.

Straßenfeste und Kinder, die zusammen aufwuchsen

Mit dem Wohngebiet wuchs auch das Miteinander. Über viele Jahre feierten die Anwohner gemeinsame Straßenfeste. Die Kinder wuchsen zusammen auf, neue Familien kamen dazu, und aus den Neubürgern von damals wurde eine Gemeinschaft über Generationen hinweg.

Zur Kaffeetafel bei den Richters kamen nun Sylvia Meldau, Renate und Lutz Freund sowie Silvia Hartung, die seit 2013 im Viertel wohnt. Gemeinsam blickten sie auf die vergangenen Jahrzehnte zurück und darauf, wie aus den einstigen Feldern ein Stück Eltze mit eigener Geschichte geworden ist.

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