„Uetze ist schon ganz geil“: Gahre beim Wahlforum mit Herausforderer Hoburg

Beim Wahlforum von HAZ und NP in der Agora des Schulzentrums stellten sich Florian Gahre und Cord Hoburg den Fragen von Moderator Jan Sedelies und dem Publikum.
UETZE. Beim Wahlforum von Hannoverscher Allgemeiner Zeitung und Neuer Presse standen sich Bürgermeister Florian Gahre von der SPD und sein Herausforderer Cord Hoburg von den Freien Wählern gegenüber. Rund 50 Zuhörer verfolgten in der Agora des Schulzentrums, wie beide Kandidaten auf die Fragen von Moderator Jan Sedelies und aus dem Publikum antworteten.
Bei der Kommunalwahl am Sonntag, 13. September, entscheidet sich, wer die Gemeinde Uetze in den kommenden acht Jahren als Bürgermeister führen wird.
Die Themen an diesem Abend waren vielseitig. Es ging unter anderem um bezahlbaren Wohnraum, Schulen, Kindertagesstätten, Personal in der Verwaltung, das Rathaus, Straßen, Angebote für Kinder und Jugendliche, Feuerwehr und ausreichend Einsatzkräfte. Auch das Ehrenamt, die Vereine und die Frage, wie attraktiv Uetze für Familien und Unternehmen ist, kamen zur Sprache.
Ein politischer Schlagabtausch entwickelte sich dabei nicht annähernd. Hoburg stimmte bei vielen Themen dem zu, was in den vergangenen fünf Jahren bereits auf den Weg gebracht oder umgesetzt wurde, und ergänzte an einigen Stellen seine eigenen Vorstellungen. Auch Gahre ging seinen Herausforderer kaum direkt an. Statt harter Konfrontation gab es vor allem einen sachlichen Austausch über Sichtweisen und den jeweiligen Stand der Dinge.
Hoburg will Führung „aus der Mitte heraus“
Warum will Cord Hoburg Bürgermeister werden? „Ich finde, es braucht eine politische Führung aus der Mitte heraus“, sagte er. Hoburg lebt mit seiner Familie in Hänigsen, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Beruflich arbeitet er in Hannover in der Erwachsenenbildung.
Seine Stärke sieht er vor allem im Bereich Bildung. Investitionen in Schulen und Verbesserungen bei den Kindertagesstätten gehören für ihn zu den wichtigen Aufgaben der kommenden Jahre.
Gahre: Verwaltung muss funktionieren
Auch die personelle Ausstattung der Gemeindeverwaltung war Thema. Für Gahre ist klar: „Die Menschen verlangen eine Gemeindeverwaltung, die funktioniert.“ Dafür brauche es auch das nötige Personal.
Wohnraum bleibt ein großes Thema
Wie kann in Uetze mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen? Gahre verwies auf das Projekt an der Hünenburgstraße, das gemeinsam mit der KSG umgesetzt wurde. Dort sei bereits bezahlbarer Wohnraum entstanden.
Für weitere Projekte soll nach Gahres Vorstellung auch der Bauturbo genutzt werden. Er gibt Kommunen mehr Spielraum, Wohnungsbau schneller zu ermöglichen und Verfahren zu vereinfachen.
Hoburg brachte einen weiteren Ansatz ins Gespräch: „Ich kann mir auch vorstellen, eine Genossenschaft für bezahlbaren Wohnraum zu gründen.“
Wie attraktiv ist Uetze?
Bei der Frage, wie junge Familien und Unternehmen für die Gemeinde gewonnen werden können, verwies Hoburg auf die vorhandene Infrastruktur. „Wir müssen klarmachen, wofür wir stehen und wie wir uns aufstellen“, sagte er mit Blick auf Bildung und Erziehung.
Gahre formulierte es anders: „Uetze ist eigentlich schon hip.“ Er verwies darauf, dass die Gemeinde weiter wächst. Viel Grün, der Erse Park, die Nähe zu Hannover, Glasfaser, erneuerte Spielplätze und der geschaffene Jugendraum seien nur einige Punkte, die für Uetze sprechen.
Der „Zaubertrick“ liegt beim eigenen Bauhof
Auch der Zustand der Straßen kam zur Sprache. Gahre sprach dabei von einem möglichen „Zaubertrick“: Der eigene Bauhof soll ertüchtigt und entsprechend ausgestattet werden. Eine eigene Straßenkolonne könnte dann kleinere Schlaglöcher und Straßenschäden selbst beseitigen.
Die Gemeinde müsste bei solchen Reparaturen nicht immer auf externe Firmen warten und könnte Schäden schneller beheben.
Wenig Streit zwischen den Kandidaten
Gegensätze wurden an diesem Abend nicht sichtbar. Hoburg stellte den Kurs der vergangenen fünf Jahre nicht infrage. Vielmehr stimmte er häufig zu und ergänzte die Aussagen Gahres um eigene Gedanken. Gahre wiederum erklärte häufig, was bereits umgesetzt wurde und was noch geplant ist.
Ein klassisches Kandidatenduell mit gegenseitigen Angriffen wurde daraus nicht.
„Wir“ und „Schon ganz geil“
Zum Schluss wollte Moderator Jan Sedelies noch wissen, welchen Slogan sich die beiden Kandidaten in zehn Jahren für Uetze wünschen würden.
Für Hoburg steht ein kurzes „Wir“ für den Gemeinsinn und das Miteinander in der Gemeinde.
Gahre blieb ebenfalls knapp, brachte es auf drei Worte: „Schon ganz geil.“
Sedelies stellte zum Ende fest, dass es in der Gemeinde offenbar „nicht so ganz schlecht“ laufe, und beendete den Abend mit den Worten: „Uetze ist hip.“ Zugleich erinnerte er die Besucher daran, am 13. September wählen zu gehen.
Das Wahlforum behandelte noch weitere Themen. Dieser Artikel greift nur einige Punkte des Abends auf. Einen ausführlichen Bericht gibt es bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung auch unter https://www.haz.de/lokales/umland/uetze/
