Startseite » Uetzer Heimatbund feiert 80-jähriges Bestehen im Zweiständerhaus Wackerwinkel

Uetzer Heimatbund feiert 80-jähriges Bestehen im Zweiständerhaus Wackerwinkel

0
Heimadbund 80 kahre

Vorsitzender Peter Doms erinnert an Gründer Erich Reinecke, Gäste probieren alte Flachsverarbeitung aus

Uetze. Der Uetzer Heimatbund hat sein 80-jähriges Bestehen im und vor dem Zweiständerhaus in Wackerwinkel gefeiert. Zum Auftakt blickte der Vorsitzende Peter Doms in einer Rede auf die Geschichte des Vereins zurück. Anschließend konnten die Gäste an mehreren Stationen ausprobieren, wie früher Flachs verarbeitet wurde.

Die Anfänge reichen bis 1946 zurück. Damals fand sich eine kleine Gruppe zusammen, aus der später der Heimatbund hervorging. „Treibende Kraft war der Apotheker Erich Reinecke“, sagte Doms. Unter Reineckes Vorsitz stieg die Zahl der Mitglieder von 20 auf 86. Der Apotheker hatte sich als Heimatforscher einen Namen gemacht. Nach seinem Tod 1954 benannte die Gemeinde die Straße zum Freibad nach ihm. Ohne Reinecke verlor der Verein jedoch Mitglieder, und das Vereinsleben kam nach und nach zum Erliegen.

Neuanfang im Sommer 1975

Im Sommer 1975 wagten Uetzer Heimatfreunde einen Neustart. Rund 20 Jahre später bezog der Heimatbund unter der Vorsitzenden Gertrud Schumacher eigene Räume in der Olen Dorpschaule. „Der Heimatbund hatte eine Heimat gefunden“, sagte Doms.

Neben dem Aufbau eines Museums in der Olen Dorpschaule kümmerten sich die Mitglieder von 1990 bis 1996 um die Restaurierung des Zweiständerhauses in Wackerwinkel. Das Gebäude wurde 1596 errichtet und ist damit 430 Jahre alt. Seit dem Ende der Arbeiten vor 30 Jahren ist das Baudenkmal für die Öffentlichkeit zugänglich.

Schwerpunkte haben sich verschoben

Die Arbeit des Vereins habe sich über die Jahrzehnte verändert, sagte Doms. Anfangs standen frühgeschichtliche Funde im Mittelpunkt, später kam der Naturschutz hinzu. Dieses Feld überlasse der Heimatbund inzwischen dem Naturschutzbund, weil dieser dort mehr Fachwissen habe. Auch zur Umgestaltung der Kaiserstraße habe der Verein eigene Vorschläge gemacht, als die Kommunalpolitik darüber beriet. Gehört worden sei der Heimatbund damit nach Angaben von Doms allerdings nicht.

Heute betreibt der Heimatbund das Museum in der Olen Dorpschaule und öffnet das Zweiständerhaus im Sommerhalbjahr regelmäßig für Besucher. In der Olen Dorpschaule treffen sich die Mitglieder im Winterhalbjahr einmal im Monat zur plattdeutschen Runde. Das ganze Jahr über kommen dort monatlich die Fotogruppe und die Teilnehmer der Spielenachmittage zusammen.

Flachs brechen und hecheln

Bei der Feier spielte der Uetzer Feuerwehrmusikzug. Die Aktionen des Heimatbunds drehten sich vor allem um die Flachsverarbeitung. Besucher konnten Flachs mit einer Brake bearbeiten, die Fasern durch eine Hechel ziehen und aus Garn einen Schlüsselanhänger basteln. Für Kinder gab es Dosenwerfen, Sackhüpfen und Zielwerfen mit Stoffbeuteln. Dazu bot der Verein Kaffee und Kuchen an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert